Darstellung von Babys und Kleinkindern in monetarisierten Social-Media-Profilen

Wie Babys und kleine Kinder bis zu 5 Jahren auf Instagram, TikTok und YouTube in geschäftsmäßigen deutschsprachigen „Family Influencing“-Profilen dargestellt werden, hat das HBI qualitativ und quantitativ untersucht. Ein Team um Dr. Claudia Lampert und Dr. Stephan Dreyer diskutiert die Ergebnisse mit Blick auf den bestehenden Rechtsrahmen und medienethische Überlegungen und ordnet sie kritisch ein.

Die Projektergebnisse sind als Arbeitspapier des Hans-Bredow-Instituts Nr. 82 erschienen und Open Access verfügbar: Dreyer, Stephan; Lampert, Claudia; Thiel, Kira; Altun, Aysu (2026): Darstellung von Babys und Kleinkindern in monetarisierten Social-Media-Profilen. Unter Mitarbeit von Azade Kakavand und Philipp Kessling. Verlag Hans-Bredow-Institut, April 2026 (Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts | Projektergebnisse Nr. 82). https://doi.org/10.21241/ssoar.109268, ISSN 1435- 160-0, ISBN 978-3-87296-201-0

Das Phänomen des „Family Influencing“ hat sich in Deutschland von einer Nische privater Eltern-Blogs zu einem professionalisierten und ökonomisch bedeutsamen Sektor innerhalb der Creator Economy entwickelt. Family Influencer gewähren (vermeintlich) authentische Einblicke in das Familienleben und bieten vielfältige Vorstellungen zu guter Erziehung und Elternschaft.

Die Monetarisierung derartiger Familieninhalte erfolgt über ein breites Portfolio an Einnahmequellen, z. B. direkte Werbekooperationen in Form von gesponserten Beiträgen (Posts, Videos), strategische Produktplatzierungen im Alltagssetting, Affiliate-Marketing sowie die direkte Vergütung durch die werbefinanzierten Plattformen selbst.

Die Kinder der Family Influencer fungieren als wichtige Werbeträger für ein breites Produktspektrum, das von Spielzeug und Kleidung bis hin zu Lebensmitteln, Drogerieartikeln und Finanzdienstleistungen reichen kann. Als Teil der dargestellten Familie sind sie mindestens Gesprächsanlass, oftmals Statisten, nicht selten aber auch die Protagonistinnen und Protagonisten der Influencing-Aktivitäten.

Die Darstellung von Kindern in kommerziellen Umfeldern kann mit deren verfassungsmäßigen Rechten und Schutzbedürfnissen, die auch im Lichte der UN-Kinderrechtskonvention zu interpretieren sind, kollidieren; im Zentrum der Problematik stehen Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und des daraus abgeleiteten Rechts am eigenen Bild sowie des Rechts auf Privatheit. Das elterliche Sorgerecht, das den Erziehungsberechtigten im Interesse des Kindes gewährt wird, stößt dabei mit Blick auf den inhärenten Interessenkonflikt auf praktische, ethische und rechtliche Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund untersuchte das HBI sowohl qualitativ als auch quantitativ die Darstellung und Darstellungsformen von Babys und kleinen Kindern (0-5 Jahren) in geschäftsmäßigen deutschsprachigen Social-Media-Profilen auf den Plattformen Instagram, TikTok und YouTube und nahm vor dem Hintergrund des bestehenden Rechtsrahmens und medienethischer Überlegungen eine kritische Einordnung vor.

Projektdetails

Überblick

Laufzeit Beginn: 2025; Laufzeit Ende: 2025

Programmbereich: PB 1 Gesellschaftliche Funktionen von Kommunikation und Medien

Forschungsgruppe: Aufwachsen in digitalen Medienumgebungen

Studentische Hilfskräfte:

Kontakt

Dr. Claudia Lampert

Dr. Claudia Lampert

Co-Leiterin Forschungsgruppe Aufwachsen in digitalen Medienumgebungen, Leiterin Forschungsgruppe Gesundheitskommunikation

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Warburgstraße 30 B
20354 Hamburg

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