Kommunikationsräume entstehen nicht von selbst. Sie werden gestaltet — durch Recht, Technik, soziale Praktiken, wirtschaftliche Interessen und institutionelle Entscheidungen. Die Forschungsgruppe „Ordnungsbildung“ untersucht, wie in solchen Kommunikationsräumen Regeln entstehen, wer an ihrer Gestaltung beteiligt ist und wie Verantwortung, Macht und Legitimität verteilt werden.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Kommunikation heute in komplexen Ökosystemen stattfindet. Plattformen setzen Regeln für Inhalte und Verhalten. Staaten schaffen rechtliche Rahmenbedingungen. Nutzerinnen und Nutzer entwickeln eigene Praktiken. Unternehmen entwerfen technische Infrastrukturen. Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medien wirken kontrollierend, kritisierend und gestaltend mit.
Die Forschungsgruppe fragt, wie aus diesem Zusammenspiel Ordnung entsteht – und wie diese Ordnung an demokratischen Werten, Grundrechten und Gemeinwohlinteressen ausgerichtet werden kann.
Dabei werden drei Perspektiven miteinander verbunden.
- Erstens geht es um Strukturen: Welche rechtlichen, technischen und sozialen Rahmenbedingungen prägen Kommunikationsräume?
- Zweitens geht es um Prozesse: Wie entstehen Regeln, wie werden sie durchgesetzt und wie verändern sie sich?
- Drittens geht es um Akteure: Wer entscheidet, wer ist betroffen, wer trägt Verantwortung und wer verfügt über Macht?
Diese Fragen werden auf nationaler, europäischer und globaler Ebene untersucht. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der europäischen Plattformregulierung, insbesondere dem Digital Services Act und dem Digital Markets Act.
Foto von Sasun Bughdaryan/Unsplash