Die Forschungsgruppe „Transformation von Journalismus und Öffentlichkeit“ untersucht die Transformation von Journalismus und Öffentlichkeit empirisch und theoriegeleitet – auch um zu verstehen, was sie für demokratischen Zusammenhalt bedeutet.
Journalismus und Öffentlichkeit (ent-)stehen heute unter neuen Vorzeichen: Künstliche Intelligenz greift nicht von außen in sie ein, sondern wird Teil der kommunikativen DNA der Gesellschaft. Sprachmodelle schreiben mit, Plattformen sortieren vor, Empfehlungssysteme entscheiden, was Öffentlichkeit überhaupt erreicht – und damit verschiebt sich, wie sich Gesellschaft ihrer selbst verständigt.
Ein Schwerpunkt der Forschungsgruppe liegt auf kommunikativer KI: Sprachmodelle und automatisierte Systeme sind längst nicht mehr nur Werkzeuge, sondern werden selbst zu Beteiligten gesellschaftlicher Kommunikation. Sie greifen tief in die Strukturen ein, über die Öffentlichkeit entsteht. Wir analysieren diese wechselseitige Aneignung: wie KI kommunikative Felder wie den Journalismus durchdringt und zugleich von Menschen und Organisationen angeeignet und eingebunden wird.
Ein weiterer Strang fragt, welche Rolle Medien und Kommunikation bei der Herstellung – oder Gefährdung – gesellschaftlichen Zusammenhalts spielen, und wie sich die gesellschaftliche Ver-ständigungsordnung und die Mediennutzung unter digitalen Vorzeichen wandeln – empirisch fundiert etwa durch Befragungen zu den zusammenhaltsrelevanten Leistungen öffentlich-rechtlicher Medien oder die Beteiligung am qualitativen Panel des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Dem Transfer kommt dabei besondere Bedeutung zu: Wir bringen unsere Erkenntnisse aktiv in den öffentlichen Diskurs und in den Austausch mit Redaktionen, Bildungseinrichtungen und Multiplikator*innen ein.
Wir forschen theoriegeleitet, interdisziplinär, methodisch offen, international vernetzt – und immer wieder im dialogorientierten Austausch mit Praxis und Öffentlichkeit. Im Rahmen der Worlds of Journalism Study (WJS), der weltweit größten vergleichenden Studie zur Lage des Journalismus, tragen wir zur internationalen Journalismusforschung bei.
Leiterin der Forschungsgruppe: Prof. Dr. Wiebke Loosen