Die Kinder- und Jugendmedienforschung stellt ein heterogenes und fragmentiertes Forschungsfeld dar, das – unter Beteiligung verschiedener Disziplinen – eine umfangreiche, stellenweise jedoch widersprüchliche Datenlage zu den Auswirkungen der digitalen Transformation auf Heranwachsende hervorgebracht hat. Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Notwendigkeit, das Feld durch eine Systematisierung zentraler Forschungsbereiche und -ergebnisse stärker zu bündeln und aufzuzeigen, wo bereits belastbare Evidenz vorliegt und an welchen Stellen sich Forschungsbedarfe abzeichnen.
Mit dem „International Observatory for Young People in Digitised Societies“ richtet das HBI eine auf Dauer angelegte Infrastruktur für die Kinder- und Jugendmedienforschung ein, die wissenschaftliche Erkenntnisse zum Aufwachsen in digitalen Medienumgebungen bündelt, analysiert und vermittelt.
Das Observatory umfasst u. a. folgende Kernbestandteile bzw. Arbeitspakete:
- Monitoring von Medienentwicklungen und Forschungsergebnissen zu Onlineerfahrungen von Kindern und Jugendlichen
- Erstellung von Reviews zu aktuellen Fragestellungen
- Transfer von Forschung an verschiedene Stakeholder-Gruppen
Ziel dieses interdisziplinären Vorhabens ist es, evidenzbasierte Debatten und Entscheidungen zu ermöglichen sowie die Rechte Heranwachsender in Bezug auf Schutz, Teilhabe und Befähigung in einer mediatisierten Welt nachhaltig zu stärken.
Das Observatory ist Teil der strategischen Weiterentwicklung des Instituts und wird im Rahmen des 2025 bewilligten Sondertatbestands gefördert.
