Fritz Bauer und das Radio

Dr. Hans Ulrich Wagner zeigt, wie Fritz Bauer das Radio als Medium nutzte, um juristische Reformen, demokratische Werte und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.

Auszug

„Bauer ging nicht gerne in die Öffentlichkeit“, meinte Detlev Claussen rückblickend. Claussen, in den späten 1960er-Jahren Student in Frankfurt am Main, fügte seiner Charakterisierung des hessischen Generalstaatsanwalts jedoch sofort hinzu: »[…] aber die Verfolgung seiner Pflichten nötigte ihn dazu, öffentlich über die von ihm angeregten spektakulären Prozesse zu sprechen und in Hörfunk und Fernsehen, mit Aufsätzen und Vorträgen für eine Reformierung des Strafrechts zu kämpfen. .« Der Soziologe Claussen ging noch weiter und urteilte: »Fritz Bauer musste contre cœur aus dem schützenden Schatten der Privatheit eines entre nous heraustreten, um seinen Auftrag zu erfüllen, nämlich Licht auf das Fortleben der Mörder unter uns zu werfen.« Die biographische Forschung unterstreicht das öffentliche Wirken des Juristen mittlerweile durch vielfältige Publikationen. Zu den Editionen von Vorträgen und kleineren Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften gesellen sich seit 2014 die Ausgaben der »Gespräche, Interviews und Reden« aus den Fernseharchiven und seit 2017 ein Hörbuch mit Tondokumenten unter dem Titel »Fritz Bauer. Sein Leben. Sein Denken. Sein Wirken«“

Wagner, Hans-Ulrich (2019): Fritz Bauer und das Radio. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 16 (2019), H. 1, S. 164-176, online: zeithistorische-forschungen.de/1-2019/id=5693.

Überblick

Erscheinungsdatum

26.04.2019

Art der Publikation

  • Sonstiges

Programmbereich:

PB 1 Gesellschaftliche Funktionen von Kommunikation und Medien

Forschungsgruppe:

Mediengeschichte

Beteiligte Personen:

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