Dr. Matthias C. Kettemann zeigt anhand internationaler Gerichtsentscheidungen, wie Gerichte gesellschaftlichen Wandel vorantreiben und als Akteure des Minderheitenschutzes wirken können.
Sind Gerichte Orte und Horte eines konservativen Gerechtigkeitsverständnisses, das zu sehr ausgerichtet ist an den Lettern des Gesetzes? Dieser Vorwurf wird oftmals erhoben. In vielen wichtigen sozialpolitischen Fragen waren (und sind) es indes Gerichte, die vorpreschen und als Agenten des Fortschritts das Rechtssystem an gewandelte gesellschaftliche Wertvorstellungen anpassen. So der Idealfall. Aber was, wen es einen gesellschaftlichen Backlash gibt? Das zeigen zwei Beispielsfälle: Brown v. Board of Education (Rassendiskriminierung im amerikanischen Süden) und die Umsetzung des Ortstafelerkenntnisses des Verfassungsgerichtshofs.
Kettemann, M. C. (2019): Yes, they can! Gerichte als Akteure des gesellschaftlichen Fortschritts zwischen Škocjan und Topeka. In: Die Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten #110.