Kommunikation und Medien sind unverzichtbare Elemente von Gesellschaft und stehen mit ihr in Wechselwirkung: Nur durch Kommunikation können Menschen miteinander in Beziehung treten, und nur durch Medien können sie diese Kommunikation auch über räumliche oder zeitliche Distanzen hinweg pflegen und Kollektive unterschiedlicher Größe einbeziehen. Wenn sich Kommunikationspraktiken oder mediale Strukturen und Logiken ändern, hat das daher unmittelbaren Einfluss auf unser gesellschaftliches Miteinander. Zugleich sind die Veränderungen von Medien und Kommunikation selbst immer auch Ergebnis gesellschaftlicher Aushandlung und sozialer Verhältnisse.
Der Programmbereich “Gesellschaftliche Funktionen von Kommunikation und Medien” untersucht die Bedingungen, Abläufe, Strukturen und Konsequenzen dieser Wechselbeziehung:
- Wie und wann fördern Kommunikation und Medien individuelle und gesellschaftliche Orientierungs-, Meinungsbildungs- und Verständigungsprozesse?
- Wo und warum sind Kommunikation und Medien in ihrer gegenwärtigen Gestalt hinderlich oder gar dysfunktional für diese Prozesse?
- Wie wirken sie sich aus auf individuelle Informiertheit und geteiltes Wissen, auf Identitätsbildung und kulturelles Erinnern, auf kollektive Entscheidungen und demokratischen Zusammenhalt?
- Und welche gesellschaftlichen Vorstellungen, Normen, Interessen und Akteurskonstellationen prägen die Entwicklung von Medienangeboten und Kommunikationstechnologien?
Der Programmbereich umfasst sechs Forschungsgruppen, die für unterschiedliche Zugänge zu diesen Fragen stehen. Sie untersuchen die Funktionen von Kommunikation und Medien in der Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven, interdisziplinär, methodisch vielfältig und immer wieder auch in einer (historischen) Langzeitbetrachtung und mit Blick auf Transformationsmomente. Jeweils einzeln und in ihrer Zusammenarbeit bearbeiten sie so zentrale wissenschaftliche Fragen und liefern der Gesellschaft Orientierungswissen in Zeiten beschleunigten Wandels und multipler Krisen.
Innerhalb des Programmbereichs 1 arbeiten die folgenden sechs Forschungsgruppen: